Mittwoch, 27. August 2014

Eine Kinderhose mit Passe

Heute zeige ich euch meine erste lange Kinderhose. Kurze habe ich ja bereits genäht (Marina von Mathila siehe in den vorherigen Posts), aber da der Sommer nun vorbei ist müssen die Beinchen bedeckt sein. Die Hose ist für das Baby einer Bekannten in Größe 62/68 (das Schnittmuster hat nur Doppelgrößen). Es handelt sich bei der Anleitung und dem Schnittmuster um ein Freebook von Kääriäinen.
Ich habe also die Größe 62/68 ausgeschnitten und auf meinem Stoff aufgelegt. Ein wunderschöner Cordstoff, den ihr vielleicht bereits von meiner Marina kennt. Fleißig wurde drumherum gemalt und los geschnitten...und dann das große "Kopf-gegen-die-Wand-schlagen"...ich hatte das Schnittmuster quer zum Fadenlauf und bei Cord damit auch quer zu den Rippen aufgezeichnet. Ich drehte das ganze also um und wollte erneut übertragen. Aber leider passte das Schnittmuster jetzt nicht mehr zweimal auf den Stoff. Ich hatte schon zu weit reingeschnitten. Völlig verzweifelt und den Tränen nahe - "nichts funktioniert heute, die Welt ist gemein und ungerecht" - schrieb ich einer sehr netten Bekannten, die ich über Facebook in einer der Nähgruppen kennengelernt habe. In den letzten Wochen hat sie mir schon viele Tipps gegeben und so einiges retten können. Aber diesmal kam der ultimative Tipp. "Mach doch einfach eine Passe...", ich daraufhin erstmal völlig in meiner schlechten Laune gefangen "...das kann ich nicht!" Aber ich konnte doch und ihr könnt das auch! Es geht folgendermaßen:

 
Da ich quasi ein Dreieck haben möchte und es sich hier um ein ganzes Bein handelt, musste ich erstmal ermitteln, wo ungefähr die Seite ist. Ich habe das Schnittmuster geknickt und dort wo ich die Seite ermittelt habe, musste der höchste Punkt des Dreiecks sein. Dann habe ich geguckt wie viel von dem Schnittmuster auf meinen Stoff passt, so habe ich ermittelt wie groß die Passe sein muss. Man kann dieses Maß aber individuell nehmen, je nach Geschmack. Dann habe ich links und rechts auf der gleichen Höhe eine Markierung gemacht und einen Strich bis zur Mitte gezogen, so dass eine Art Spitze oder Hausdach entsteht. Dort habe ich das Schnittmuster abgeschnitten. 
Jetzt kann man den oberen Teil in einem anderen Stoff zuschneiden oder wie ich (Erklärung weiter unten) einfach ein Schrägband oder eine Paspel reinnähen. 
Als Vorlage für das Bauch- und die Beinbündchen habe ich übrigens die Vorlage aus der Marina genommen.
Ich habe ein Schrägband genommen und an den unteren Teil vom Schnittmuster genäht in dem ich es aufgeklappt habe und dadurch zwei Zentimeter in der Breite hatte. Als Nahtzugabe habe ich einen Zentimeter genommen, daher wird später nur ein Zentimeter sichtbar sein. Ich habe das Schrägband genau bis zum oberen Rand angelegt und dann immer aufgeklappt und den unteren Teil festgesteckt, so ist später keine sichtbare Naht von aussen. So aufgeklappt habe ich dann auch festgenäht. Dann habe ich die andere Seite des Schrägbandes um den Rand des Stoffes gelegt (daher ist es wichtig vorher genau den richtigen Abstand von zwei Zentimetern einzuhalten) und nocheinmal knappkantig festgenäht.
 
Den oberen Teil des Schnittmusters habe ich rangelegt und festgesteckt. Dann einfach mit einem Zentimeter Abstand zum Rand festnähen. Dann aufklappen und schön glatt bügeln.

So sieht das dann von rechts (aussen) aus.
Und so von links (innen), auch hier die Nahtzugabe schön versäubern, wenn man nicht mit einer Overlock arbeitet!
   
Danach habe ich die Hose wie in der Anleitung beschrieben fertig genäht.
Dabei kam sogar meine neue Zickzackschere zum Einsatz. 
Wenn ihr die Beine ineinander steckt und die Nähte schließt, achtet unbedingt darauf, dass das Schrägband von beiden Seiten direkt aufeinander liegt! Falls es verrutscht sind die Streifen später nicht genau aneinander von aussen und das sieht doof aus.

So sieht dann die fertige Hose mit Bauch- und Beinbündchen aus :)
Ich bin gespannt, ob sie Steffi gefällt und dem Baby passt...









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