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Dienstag, 16. Februar 2016

Stehkragen - Mein Riley Nummer Hunderzwölfunddreißig

 

Beim letzten Nähtreffen wollte ich mal etwas ganz neues ausprobieren. Als Grundschnitt habe ich mich für Riley von Pattydoo entschieden - sitzt passt, wackelt und hat Luft ;)

 Da ich aber momentan so gar nicht auf Kapuzen stehe, habe ich mich an einem neuen Kragen versucht. Leider habe ich mal wieder vergessen, den Weg dorthin zu fotografieren - also gibt es jetzt eine sehr provisorische Schritt für Schritt Anleitung. Beim nächsten Mal gibt es dann ordentliche Fotos.

Die Taschen sind übrigens auch von mir eingesetzt - hierzu mache ich aber nochmal einen extra Post.



 Man kann diesen Kragen als Stehkragen nehmen oder hinunter klappen, dann wirkt er fast wie so eine Art Bubi-Kragen (wirklich nur so eine Art).


Ihr näht zuerst den Pullover oder jedes andere beliebige Oberteil nach Anleitung fertig, bis zu dem Punkt wo der Ausschnitt bzw. die Kapuze dran kommt. 

Dann geht es nach dieser Anleitung weiter:

1. Halsausschnitt ausmessen. Dafür nehmt ihr euer Werk und ein Maßband und misst einmal den Halssausschnitt rundherum nach. Bei mir waren es ca. 49 cm.

2.  Dann müsst ihr euch noch entscheiden wie viel eurer Kragen vorne überlappen soll, siehe Foto. Beide Maße notiert ihr euch am Besten auf einem Zettel.



3. Nun legt ihr die Höhe eures Kragens fest, dafür könnt ihr euch einfach das Maßband einmal am Hals ranhalten und gucken wie hoch es in etwa sein soll. Bei mir sind es ca. 12 cm. Auch dieses Maß notiert ihr euch.



4. Nun malt ihr euch ein Schnittmuster. Ihr nehmt euch zwei DIN A4 Zettel oder sonstiges Schnittmusterpapier und zeichnet zuerst die untere Kante

49 cm (Halsumfang) + 4 cm (Überlappung links) + 4 cm (Überlappungs rechts) + 1 cm (Nahtzugabe) = 58 cm lange Linie

Ermittelt die Mitte - 58:2 = 29 und markiert euch diese.

Dann macht ihr die gleiche Linie im Abstand der vorher festgelegten Kragenhöhe (+ 2 x Nahtzugabe).


5. Nun nehmt ihr eine Schüssel oder einen Teller und legt ihn oben an die Kante, so dass ihr einen schönen Bogen zeichnen könnt - wer künstlerisch so begabt ist, kann den Bogen natürlich auch freihand zeichen ;)


So sollte es jetzt aussehen (Achtung mein Bild ist nicht Maßstabsgetreu)

6. Jetzt wird das ganze ausgeschnitten um es auf den Stoff übertragen zu können


Tadaaaa fertig ist euer Kragenschnittmuster

7. Jetzt nehmt ihr euch einen Außen- und einen Innenstoff, sowie Volumenvlies für den Stand (ich habe bei meinem H630 genommen).  

Und schneidet aus allen dreien einmal euren Kragen aus. Markiert dabei unbedingt die Mitte auf beiden Stoffen.

Ich habe innen dunkel blauen Sweat genommen, außen den Jersey von meinen Taschen

8. Das Volumenvlies wird nun auf einen der Stoffe aufgebügelt (bei mir auf den Jersey dort hält es leichter), bügelt nicht zu heiß sonst kann sich das Vlies zusammen ziehen.

9. Jetzt legt ihr eure beiden Stoffe rechts auf rechts und näht einmal die obere Kante zusammen. Komplett in einem Zug vom linken Bogen bis zum rechten Bogen.

10. Wenden und schön glatt bügeln. 

11. Jetzt nehmt ihr euer Oberteil und ermittelt die hintere Mitte (einfach einmal falten und die Schulternähte aufeinander treffen lassen). An die hintere Mitte vom Oberteil steckt ihr jetzt die Mitte vom Kragen mit einer Stecknadel oder einem Wonderclip fest. 

Dabei muss der Außenstoff zum Oberteil zeigen (Bei mir die Anker)

12. Jetzt steckt ihr erst rechtsherum schön fest und dann links herum. Vorne müssten sich beide Teile nun um 4 cm überlappen. 

13. Festnähen, Anziehen, freuen - FERTIG!



 ACHTUNG: Durch das Volumenvlies darf das Oberteil nicht heißer als 40° C gewaschen und mit maximal Bügelstufe 2 gebügelt werden. Sonst kann sich das Vlies zusammen ziehen.


Und weil heute Dienstag ist, kommt der Beitrag gleich mal zu Creadienstag

Samstag, 10. Januar 2015

Lady Rockers - Ein Schnitt, so viele Möglichkeiten


Mein erstes richtiges Oberteil so mit Ärmeln und allem drum und dran war die/der/das Lady Rockers. Mittlerweile nähe ich diesen Schnitt bereits mit Augen zu, aber er bietet einem einfach so unglaublich viele Möglichkeiten. 


Als ich das Schnittmuster das erste Mal runtergeladen habe, hatte ich eine bestimmte Stoffkombination im Kopf die ich nähen wollte und habe mir bei Karstadt Probestoff gekauft um erstmal die Passform zu testen. Ausserdem hatte ich noch ziemlichen bammel vor den Ärmeln und dem Halsbündchen.

Bei Karstadt hatten sie diesen tollen Viskosestoff, fragt mich bitte nicht was genau für einen. Er ist wohl eher Plastik als Baumwolle - aber sooo schön. Ich habe euch in diesem Post -> hier klicken schon einmal gezeigt wie ich den Stoff vernäht habe.

Nachdem das Probeteilchen so wunderhübsch geworden ist, traute ich mich dann auch an meine Wunschkombi aus dem tollen Romanitjersey von Alles-für-Selbermacher und dem Jersey mit Blümchenmuster (auch AfS). Auch absolut toll geworden und eines meiner Lieblingsoberteile.

Völlig im Rausch habe ich dann gleich das zweite hinter her genäht und es ist meines Erachtens nicht ganz so gut gelungen. Der weiße Jersey sitzt nicht so schön, wie ich es gehofft hatte und so zeichnet sich alles etwas ab. Eventuell hätte ich auch etwas größer nähen sollen. Aber da bin ich ganz Mädchen (Wie die Schuhe gibts nicht in 37? Ach egal ich nehme 36, irgendwann passe ich darein.)

Auch hierzu gab es bereits einmal einen Post -> hier klicken
Bei meinem ersten Nähtreffen im November wollte ich dann eine neue Kombi ausprobieren und habe mich beim Stoff wieder für Romanitjersey entschieden, da dieser einfach sehr viel fester ist und dadurch besser sitzt. Ausserdem ist er gefühlt etwas dicker als normaler Jersey was sich für Herbst bzw. Wintergarderobe toll macht.
Um es ein wenig schlichter zu halten, habe ich die Arm- und das Bauch(Hüft-?)bündchen in schwarz gehalten und lediglich das Vorderteil mit zwei Stoffen genäht. Apropro Armbündchen, diese sind nach wie vor nicht angenäht. Gehört mit zu diesen "mache ich später! - mach ich also nie" Dingen...ich habe bisher lediglich gesäumt um es tragen zu können.

Beim nächsten Nähtreffen- ja dazwischen nähe ich irgendwie kaum noch - habe ich dann eine ganz neue Variante ausprobiert und eine Lady Rockers aus nur einem Stoff genäht. Ein grauer Romanitjersey wieder von AfS. Der Ausschnitt aus irgendwie etwas hochgeschlossen, woran es genau liegt weiß ich noch nicht. Ich denke, dass eventuell das Bündchen zu eng war. 

Da es doch seeeehr schlicht wirkte habe ich mir dann noch einen ganz kuschelig tollen Loop dazu genäht. Eine Kombi aus Jersey und Fleece in dunkelgrau. Passt perfekt zusammen und pimpt das Oberteil auf - mein neues Lieblingsoutfit!
Meine letzte Lady Rockers habe ich mal mit einem anderen Ausschnitt gemacht und mich getraut etwas zu basteln. Bisher war ich ja noch nicht so risikofreudig und habe mich immer sehr an die Schnittmuster und Anleitungen gehalten.
Durch den runden etwas größeren Ausschnitt wirkt der Schnitt gleich völlig anders. Der Stoff ist wieder Romanitjersey und wie irgendwie fast alle meine Stoffe von Alles-für-Selbermacher. Ich werde meinem Chef mal sagen, dass mein Gehalt gleich auf deren Konto gehen soll :)
Wie ihr seht, ist dieser Schnitt wirklich sehr variabel und für mich der perfekte Grundschnitt. Er sitzt toll, ist schnell zu nähen und es gibt wohl unendlich viele Möglichkeiten ihn zu variieren. 

Da Lady Rockers ein Freebook ist, geht dieser Post ganz schnell zu Nähfrosch



Zum Schluss gibt es noch ein Werk auf das ich besonders stolz bin - mein erster Hoodie.
Als Schnittmuster habe ich Riley von Pattydoo genommen und der Stoff ist ein Alpenfleece von AfS und Ringelbündchen.

Ich habe die Größe 36 ohne Nahtzugabe genäht (weiß gerade gar nicht, ob diese sogar schon enthalten war?). Normalerweise trage ich 32/34, aber der Stoff ist schon recht dick und ein Hoodie soll ja etwas lockerer sitzen.

Die Anleitung fand ich etwas doof, da man zwischen Ebook und Youtubevideo hin und her klicken muss. Auch wird im Video nicht der Pullover genäht, sondern nur gezeigt wie z.B. grundsätzlich die Kapuze angenäht wird etc. Für mich irgendwie alles verwirrend und nicht so schön übersichtlich wie ich es jetzt von Mamahoch2 oder so gewohnt war. 

Auch ist hier sehr wichtig gewesen, dass man sich genau daran hält alle Knipse etc. aus dem Schnittmuster zu übernehmen um am Ende alles ordentlich zusammen nähen zu können. Ich habe es dann nachträglich ranhalten müssen, da ich natürlich mal wieder viel zu schnell und husch husch zugeschnitten habe. Irgendwann geht das aber vielleicht auch mal in meinen Kopf rein.

Genäht habe ich wie immer alles mit der normalen Nähmaschine, allerdings mit dem Overlockstich den meine neue Maschine hat. Der ist wirklich ein Traum.




Nach so langer Abstinenz gab es dann heute wieder einen etwas längeren Post, ich hoffe euch vielleicht sogar ein paar Anregungen gegeben zu haben und wünsche einen schönen Abend aus dem sehr stürmigen Hamburg.